Frage 1: Fakten
Unter Druck verlieren Fakten schnell ihre klare Kontur.
Nicht weil sie verschwinden, sondern weil sie sich mit Annahmen, Befürchtungen, Erwartungen und politischen Interessen vermischen.
Dann wirkt etwas plötzlich „eindeutig“, obwohl es nur oft genug wiederholt wurde.
Eine Prognose wird wie eine Gewissheit behandelt.
Eine Vermutung bekommt das Gewicht einer Tatsache.
Oder ein Risiko wird größer oder kleiner dargestellt, je nachdem, wer im System davon betroffen ist.
Deshalb beginnt jede tragfähige Entscheidung mit einer nüchternen Trennung.
Was ist tatsächlich klar?
Notieren Sie nur, was belastbar ist:
Welche Informationen sind überprüft?
Welche Zahlen, Ereignisse oder Zusagen stehen fest?
Was wissen Sie aus direkter Erfahrung?
Was wurde tatsächlich gesagt oder entschieden?
Welche Fristen, Abhängigkeiten oder Konsequenzen sind verbindlich?
Was ist noch Annahme?
Ebenso wichtig ist die zweite Ebene:
- Was vermuten Sie?
- Was wurde Ihnen nur indirekt zugetragen?
- Welche Prognosen beruhen auf unvollständigen Daten?
- Was wird im System als Tatsache behandelt, ohne wirklich belegt zu sein?
- Wo fehlt Ihnen noch eine entscheidende Information?
Eine klare Entscheidung verlangt nicht, dass Sie alles wissen.
Sie verlangt, dass Sie wissen, was Sie wissen und was nicht.
Ihre Notizen
Gesicherte Fakten:
………………………………………………………………
………………………………………………………………
………………………………………………………………
Annahmen oder offene Punkte:
………………………………………………………………
………………………………………………………………
………………………………………………………………
Welche Information würde meine Entscheidung tatsächlich verändern?
………………………………………………………………
………………………………………………………………
………………………………………………………………
Prüfpunkt
Sie haben diesen Schritt geklärt, wenn Sie den Kern der Situation in wenigen Sätzen beschreiben können, ohne Vermutungen, Bewertungen oder Rechtfertigungen einzubauen.
Was bleibt übrig, wenn Sie nur das benennen, was wirklich feststeht?
Copyright ©️ RENATE HECHENBERGER 2026